Der Verkäufer lässt Finanzen, Steuern und Recht, manchmal auch Markt oder Technik, vorab prüfen. Das Ergebnis ist ein Bericht oder ein rein beschreibendes Fact Book. Interessenten erhalten ihn über den Datenraum. Ob die Berater gegenüber dem Käufer haften, regelt ein Reliance Letter. Meist wird keine Haftung übernommen, dann gibt es nur einen Non-Reliance Letter.
Für Verkäufer im Mittelstand bringt die VDD drei Vorteile. Erstens erkennen Sie Schwachstellen, bevor der Käufer sie findet, und können sie beheben oder erklären. Zweitens verhandeln Sie auf Augenhöhe, weil Sie die Fakten kennen. Drittens wird das Bieterverfahren schneller, weil mehrere Interessenten auf einer gemeinsamen Grundlage bieten.
Die Kosten trägt der Verkäufer. Sie lohnen sich vor allem in Bieterverfahren mit mehreren Interessenten. Die Käufer führen trotzdem meist eine eigene, schlankere Prüfung durch. Eine VDD erleichtert auch den Abschluss einer W&I-Versicherung, weil der Versicherer auf einen belastbaren Prüfbericht angewiesen ist.
Beispiel
Fiktives Beispiel: Ein Dienstleister mit 20 Mio. Euro Umsatz lässt vor dem Verkauf eine Financial VDD erstellen. Sie deckt nicht dokumentierte Sondereffekte von 0,3 Mio. Euro im EBITDA auf. Der Verkäufer bereinigt sie offen, statt dass ein Käufer sie später als Grund für einen Preisabschlag nutzt.
Vendor Due Diligence vs. Käufer-Due-Diligence
| Merkmal | Vendor DD | Käufer-DD |
|---|---|---|
| Auftraggeber | Verkäufer | Käufer |
| Zeitpunkt | Vor Marktansprache | Nach LOI |
| Kosten | Verkäufer | Jeder Bieter |
| Nutzen | Kontrolle der Story | Absicherung des Käufers |
