Für Käufer ist die Lage günstig. Laut KfW-Nachfolge-Monitoring wollen bis Ende 2029 rund 545.000 Inhaber ihr Unternehmen übergeben, 69 Prozent nennen die Nachfolgersuche als größte Hürde. Die DIHK zählte 2025 in ihren Beratungen 5.620 Unternehmen ohne passenden Nachfolger, aber nur 4.016 Interessenten. Dieser Beitrag richtet sich an Meister, Gesellen, Techniker, Ingenieure, Quereinsteiger und Unternehmer, die im Bauhandwerk übernehmen oder zukaufen wollen.
Welche Voraussetzungen brauchen Sie, um einen Handwerksbetrieb zu übernehmen?
Entscheidend ist, in welcher Anlage der Handwerksordnung das Gewerk steht. Die meisten Bau- und Ausbaugewerke sind zulassungspflichtig nach Anlage A HwO: Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker, Installateur und Heizungsbauer, Elektrotechniker, Maler und Lackierer, Fliesenleger, Tischler, Stuckateure, Gerüstbauer. Hier wird der Betrieb nur in die Handwerksrolle eingetragen, wenn der Betriebsleiter die Voraussetzungen erfüllt (§ 7 HwO). Das ist in der Regel die Meisterprüfung, gleichgestellt sind unter anderem passende Abschlüsse als Ingenieur oder staatlich geprüfter Techniker.
Zulassungsfrei oder handwerksähnlich nach Anlage B HwO sind im Bau etwa Bodenleger, Fuger im Hochbau, Bautentrocknung, Betonbohrer und -schneider, Eisenflechter oder der Einbau genormter Baufertigteile. Hier genügen Gewerbeanmeldung und Eintragung in das Verzeichnis der Handwerkskammer.
| Situation | Was Sie brauchen | Typisches Bau-Beispiel |
|---|---|---|
| Anlage A, Sie sind Meister im Gewerk | Eintragung in die Handwerksrolle mit Ihnen als Betriebsleiter | Dachdeckermeister kauft Dachdeckerbetrieb |
| Anlage A, Sie sind Ingenieur oder Techniker | Prüfung der Gleichwertigkeit durch die Kammer, dann Eintragung | Bauingenieur übernimmt Maurer- und Betonbaubetrieb |
| Anlage A, Sie sind erfahrener Geselle | Ausübungsberechtigung nach § 7b HwO: Gesellenprüfung, sechs Jahre Tätigkeit, davon vier in leitender Stellung | Vorarbeiter übernimmt den SHK-Betrieb seines Chefs |
| Anlage A, Sie sind Quereinsteiger oder Unternehmer | Angestellter Betriebsleiter mit Meister oder Gleichwertigkeit | Kaufmann übernimmt Elektrobetrieb mit angestelltem Elektromeister |
| Anlage B (zulassungsfrei) | Gewerbeanmeldung, Eintragung ins Verzeichnis der Kammer | Bodenleger, Bautentrocknung |
Immer nötig sind Gewerbeanmeldung, steuerliche Erfassung beim Finanzamt und Anmeldung bei der BG Bau. Bei Gewerken, in denen die Meisterpflicht 2020 wieder eingeführt wurde (etwa Fliesenleger), sollten Sie früh klären, ob der Bestandsschutz des Verkäufers auf Sie übergeht. Die Details zur Übergabe aus Sicht des Inhabers stehen im Beitrag Betriebsnachfolge im Handwerk.
Kann man einen Handwerksbetrieb ohne Meister übernehmen?
Ja, und das ist in der Praxis häufig. Die Handwerksordnung knüpft die Eintragung nicht an die Person des Inhabers, sondern an den Betriebsleiter. Drei Wege sind üblich:
- Angestellter Meister. Oft ist im Zielbetrieb bereits ein Meister beschäftigt. Sichern Sie ihn vor dem Signing vertraglich, etwa mit Halteprämie oder Beteiligung. Fällt er weg, muss ein Ersatz her, sonst droht die Löschung aus der Handwerksrolle.
- Ausübungsberechtigung nach § 7b HwO. Für Gesellen mit langer, nachweisbarer Erfahrung in leitender Funktion. Antrag bei der Handwerkskammer, mit Arbeitszeugnissen als Nachweis.
- Gleichwertigkeit. Ingenieure, Techniker und bestimmte Hochschulabsolventen können die Eintragungsvoraussetzungen über ihren Abschluss erfüllen, wenn die Fachrichtung zum Gewerk passt.
Für Unternehmer, die zukaufen, ist Weg 1 der Standard. Er macht Sie aber von einer Person abhängig; ein zweiter Meister im Team reduziert das Risiko.
Wie finden Sie einen passenden Betrieb?
Nutzen Sie mehrere Kanäle parallel.
- Nachfolgebörsen. Die bundesweite Börse nexxt-change und die Betriebsbörsen der Handwerkskammern listen anonyme Angebote.
- Handwerkskammer. Die Betriebsberater kennen übergabebereite Inhaber oft, bevor diese inserieren, und beraten auch Käufer kostenfrei.
- Direktansprache. Ältere Inhaber in Ihrer Region diskret anzuschreiben, ist besonders wirksam, weil viele noch nicht aktiv suchen. Laut KfW sind 57 Prozent der Inhaber 55 Jahre oder älter.
- M&A-Berater. Bei größeren Betrieben ab etwa zehn Mitarbeitern oder bei gezielten Zukäufen übernimmt ein Berater Suche, Ansprache und Verhandlung. Wie das abläuft, beschreiben wir unter Unternehmenskauf.
Wie prüfen Sie den Zielbetrieb? Mini-Due-Diligence für das Bauhandwerk
Im Bauhandwerk stecken die Risiken in Baustellen, Mängeln und Personen. Die ausführliche Liste steht in der Due-Diligence-Checkliste, für kleinere Betriebe reicht oft diese Prüfung:
| Bereich | Was Sie anfordern und prüfen | Warnsignal |
|---|---|---|
| Zahlen | Jahresabschlüsse und BWA der letzten drei bis fünf Jahre, Summen- und Saldenlisten, Unternehmerlohn | Gewinn nur ohne Gehalt für den Inhaber |
| Auftragsbestand | Auftragsliste mit Volumen, Kalkulation und Baufortschritt, Nachträge | Viele Aufträge unter Selbstkosten kalkuliert |
| Kunden | Umsatz nach Kunden, Anteil Bauträger, Generalunternehmer, Privatkunden, Wartungsverträge | Ein Kunde über 30 Prozent Umsatz |
| Mitarbeiter | Altersstruktur, Qualifikationen, Meister, Arbeitsverträge, Tarifbindung, Überstundenkonten | Meister oder Bauleiter vor der Rente |
| Fuhrpark und Maschinen | Fahrzeugliste mit Baujahr, Leasingverträge, Kräne, Gerüst, Prüfprotokolle | Hoher Ersatzbedarf in den nächsten zwei Jahren |
| Gewährleistung | Liste abgenommener Bauvorhaben der letzten fünf Jahre, offene Mängelrügen, Rückstellungen | Wiederkehrende Mängel bei Abdichtung oder Haustechnik |
| Bürgschaften | Avalrahmen, laufende Vertragserfüllungs- und Gewährleistungsbürgschaften | Bürgschaften nur über Privatsicherheiten des Inhabers |
| Verträge | Miet-, Leasing-, Lieferanten-, Wartungs- und Rahmenverträge, Change-of-Control-Klauseln | Kündigungsrecht bei Inhaberwechsel |
| Immobilie | Eigentum oder Miete, Lagerfläche, baurechtliche Genehmigungen, Altlasten | Immobilie gehört privat dem Verkäufer ohne Mietvertrag |
Zur Einordnung des Preises hilft die Bewertungslogik im Beitrag Handwerksbetrieb Wert ermitteln. Die DIHK beobachtet, dass 36 Prozent der Übergeber überhöhte Preisvorstellungen haben.
Asset Deal oder Share Deal: Was bedeutet das für Sie als Käufer?
Beim Einzelunternehmen kaufen Sie die Wirtschaftsgüter (Asset Deal), bei der GmbH meist die Anteile (Share Deal). Drei Punkte zählen.
Mitarbeiter. Im Asset Deal gehen alle Arbeitsverhältnisse nach § 613a BGB mit Rechten und Pflichten auf Sie über, inklusive Überstundenkonten. Kündigungen wegen des Übergangs sind unwirksam.
Haftung. Im Share Deal übernehmen Sie die GmbH mit allen Altlasten, auch Gewährleistung aus früheren Bauvorhaben. Absicherung: Garantien und Kaufpreiseinbehalt. Im Asset Deal haften Sie bei Fortführung der bisherigen Firma nach § 25 HGB für Altverbindlichkeiten, es sei denn, ein Haftungsausschluss wird im Handelsregister eingetragen oder den Gläubigern mitgeteilt. Nach § 75 AO haften Sie zudem für betriebliche Steuern wie Umsatzsteuer und Lohnsteuer aus dem Zeitraum vor der Übernahme, beschränkt auf das übernommene Vermögen.
Bauverträge und Bürgschaften. Im Share Deal laufen Verträge und Avale weiter. Im Asset Deal müssen Auftraggeber zustimmen, und Sie brauchen einen eigenen Avalrahmen.
Steuerlich ist der Asset Deal für Käufer meist besser (Abschreibung auf Firmenwert). Der Share Deal erhält dafür Verträge, Eintragung und Zertifikate.
Was kostet die Übernahme eines Handwerksbetriebs?
Eine erste Orientierung gibt die KfW: Die durchschnittliche Kaufpreisvorstellung von Inhabern im Baugewerbe lag zuletzt bei 374.000 Euro, 51 Prozent mehr als 2019. Der Kaufpreis ist aber nur ein Teil des Kapitalbedarfs.
| Kostenblock | Worum es geht | Hinweis |
|---|---|---|
| Kaufpreis | Wirtschaftsgüter und Firmenwert oder Geschäftsanteile | Orientierung am nachhaltigen Ertrag nach Unternehmerlohn |
| Beratung | Steuerberater, Rechtsanwalt, gegebenenfalls M&A-Berater | Honorare vorab schriftlich vereinbaren |
| Due Diligence | Prüfung von Zahlen, Verträgen, gegebenenfalls Gutachten zu Maschinen oder Immobilie | Bei Bauunternehmen mit Gewährleistungsrisiken nicht sparen |
| Notar und Register | Pflicht beim GmbH-Anteilskauf (§ 15 GmbHG) und beim Grundstückskauf | Gebühren richten sich nach dem Geschäftswert |
| Grunderwerbsteuer | Nur bei Kauf einer Immobilie | Steuersatz je nach Bundesland |
| Working Capital | Vorfinanzierung von Löhnen und Material bis zur ersten Abschlags- oder Schlussrechnung | Abschlagszahlungen und Zahlungsziele der Auftraggeber prüfen |
| Investitionsstau | Ersatz von Fahrzeugen, Maschinen, Software, Lager | Aus der Fuhrparkliste ableiten |
| Avalsicherheiten | Barhinterlegung oder Kreditlinie für neue Bürgschaften | Banken verlangen oft Sicherheiten |
Unterschätzt wird oft der Investitionsstau: Ein Betrieb ohne Investitionen in den letzten Jahren wirkt ertragsstark, braucht aber bald neue Transporter.
Wie finanzieren Sie die Übernahme? Förderung und Bausteine
Üblich ist eine Kombination mehrerer Bausteine.
ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077). Der Kredit der KfW beträgt laut Produktinformation (Stand Dezember 2025) bis zu 500.000 Euro, höchstens 35 Prozent der förderfähigen Kosten. Eine Bürgschaftsbank stellt die Hausbank zu 100 Prozent vom Ausfallrisiko frei. Laufzeit 10 Jahre mit 2 tilgungsfreien Jahren oder 15 Jahre mit 5 tilgungsfreien Jahren. Antrag über die Hausbank, zwingend vor dem Kaufvertrag. Das frühere Programm ERP-Kapital für Gründung (058) gibt es nicht mehr; es wurde laut SIKB eingestellt und durch den Förderkredit 077 ersetzt.
Bürgschaftsbanken. Für Bankdarlehen ohne ausreichende Sicherheiten übernehmen die Bürgschaftsbanken der Länder Ausfallbürgschaften bis 2 Millionen Euro und höchstens 80 Prozent des Risikos (Förderdatenbank des Bundes). Der Antrag läuft meist über die Hausbank.
Landesförderbanken wie NRW.BANK, L-Bank oder LfA Bayern bieten eigene Nachfolgedarlehen.
Meistergründungsprämie. Viele Länder zahlen Meistern einen Zuschuss für Gründung oder Übernahme. In NRW beträgt die Meistergründungsprämie 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben, in der Regel bis 11.500 Euro, plus 2.000 Euro Bonus bei Übernahmen; Voraussetzung sind Kammerberatung und 12 Monate Arbeitsplatzerhalt. Laut Deutscher Handwerks Zeitung (Stand Januar 2026) gibt es Gründungsprämien etwa auch in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen, in Bayern dagegen nur den Meisterbonus für die bestandene Prüfung.
Verkäuferdarlehen und Earn-out. Der Alt-Inhaber stundet einen Teil des Kaufpreises. Das signalisiert der Bank Vertrauen in den Betrieb.
Ein vereinfachtes, fiktives Rechenbeispiel für einen Elektrobetrieb mit 12 Mitarbeitern:
| Mittelverwendung | Betrag | Mittelherkunft | Betrag | Anteil |
|---|---|---|---|---|
| Kaufpreis | 370.000 € | Eigenkapital des Käufers | 50.000 € | 10 % |
| Nebenkosten (Beratung, Notar, Prüfung) | 30.000 € | ERP-Förderkredit 077 | 175.000 € | 35 % |
| Working Capital | 60.000 € | Hausbankdarlehen mit Bürgschaft | 190.000 € | 38 % |
| Investitionen (zwei Transporter) | 40.000 € | Verkäuferdarlehen über 5 Jahre | 75.000 € | 15 % |
| Meistergründungsprämie (Zuschuss) | 10.000 € | 2 % | ||
| Summe | 500.000 € | Summe | 500.000 € | 100 % |
Entscheidend ist der Kapitaldienst: Zins und Tilgung müssen aus dem Gewinn nach Geschäftsführergehalt tragbar sein, auch in einem schwachen Baujahr.
Wie gestalten Sie die Übergangsphase mit dem Alt-Inhaber?
Kundenbeziehungen zu Bauträgern, Architekten und Hausverwaltungen hängen oft am Alt-Inhaber. Eine Übergangsphase von sechs bis 24 Monaten schützt Ihren Kaufpreis.
- Vertrag. Regeln Sie Dauer, Aufgaben, Vergütung und Entscheidungsbefugnisse in einem Berater- oder Anstellungsvertrag.
- Kundenübergabe. Besuchen Sie die wichtigsten Kunden gemeinsam.
- Mitarbeiter. Gemeinsame Ankündigung am Tag des Vollzugs; Meister und Bauleiter vorher einzeln ansprechen.
- Wettbewerbsverbot. Vereinbaren Sie ein zeitlich und räumlich begrenztes Wettbewerbs- und Abwerbeverbot.
- Gewährleistung. Legen Sie fest, wer Mängel aus Altaufträgen beseitigt und wer die Kosten trägt.
Eine Übernahme durch einen externen Käufer, der selbst in den Betrieb einsteigt, wird als Management-Buy-in bezeichnet.
Wie gehen Sie jetzt am besten vor?
Klären Sie zuerst die Qualifikation mit der Handwerkskammer und sprechen Sie früh mit Ihrer Hausbank, denn der ERP-Förderkredit muss vor dem Kaufvertrag beantragt sein. Prüfen Sie jeden Zielbetrieb mit der Checkliste oben. Bei größeren Betrieben oder gezielten Zukäufen begleiten wir Sie von der Suche bis zum Vollzug. Mehr dazu unter Unternehmenskauf.
Quellen
- Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025 (KfW Research Fokus Nr. 526), KfW Research, Januar 2026
- Produktinformation ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077), KfW, Dezember 2025
- Hausbankenmitteilung zum ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge, Saarländische Investitionskreditbank (SIKB), 2024
- Rückbürgschaften des Bundes und der Länder für Bürgschaftsbanken, Förderdatenbank des Bundes
- Meistergründungsprämie NRW, NRW.BANK, 2026
- Meisterbonus, Meisterprämie und Meistergründungsprämie: Übersicht der Länder, Deutsche Handwerks Zeitung, 2026
- Unternehmensnachfolge-Report 2025, DIHK, 2025
- Handwerksordnung § 7 und § 7b, Anlagen A und B, Bundesministerium der Justiz
- § 613a BGB: Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang, Bundesministerium der Justiz
- § 25 HGB: Haftung des Erwerbers bei Firmenfortführung, Bundesministerium der Justiz
- § 75 AO: Haftung des Betriebsübernehmers, Bundesministerium der Justiz
Häufige Fragen
Kann ich einen Handwerksbetrieb ohne Meister übernehmen?
Ja. In zulassungspflichtigen Gewerken der Anlage A muss nicht der Inhaber, sondern der Betriebsleiter die Voraussetzungen erfüllen. Sie können einen angestellten Meister als Betriebsleiter einsetzen. Erfahrene Gesellen erhalten unter Umständen eine Ausübungsberechtigung nach § 7b HwO (sechs Jahre Tätigkeit, davon vier in leitender Stellung). In zulassungsfreien Gewerken der Anlage B ist kein Meister nötig.
Was kostet es, einen Handwerksbetrieb zu übernehmen?
Die durchschnittliche Kaufpreisvorstellung von Inhabern im Baugewerbe liegt laut KfW-Nachfolge-Monitoring bei 374.000 Euro. Hinzu kommen Beratung, Due Diligence, Notar, gegebenenfalls Grunderwerbsteuer, Betriebsmittel für die ersten Monate und Investitionen in Fahrzeuge oder Maschinen. Der Gesamtbedarf liegt deshalb oft spürbar über dem Kaufpreis.
Welche Förderung gibt es für die Übernahme eines Handwerksbetriebs?
Wichtigster Baustein ist der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) der KfW mit bis zu 500.000 Euro und voller Haftungsfreistellung der Hausbank durch eine Bürgschaftsbank. Ergänzend gibt es Bürgschaften der Bürgschaftsbanken bis 2 Millionen Euro, Programme der Landesförderbanken und in vielen Ländern Meistergründungsprämien, die auch Übernahmen fördern.
Gibt es ERP-Kapital für Gründung noch?
Nein. Das Programm ERP-Kapital für Gründung (058) ist eingestellt. Als Nachfolgeprogramm bieten KfW und Bürgschaftsbanken den ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge (077) an.
Gilt die Meistergründungsprämie auch bei einer Betriebsübernahme?
In vielen Ländern ja. In NRW etwa fördert die Meistergründungsprämie ausdrücklich Übernahmen, mit einem Bonus von 2.000 Euro und insgesamt bis zu 16.000 Euro. Voraussetzung ist eine Beratung bei der Handwerkskammer und ein Antrag vor Aufnahme der Tätigkeit. Bedingungen und Beträge unterscheiden sich je Land.
Übernehme ich beim Kauf eines Handwerksbetriebs die Mitarbeiter?
Im Asset Deal gehen die Arbeitsverhältnisse nach § 613a BGB mit allen Rechten und Pflichten auf Sie über. Kündigungen wegen des Übergangs sind unwirksam. Im Share Deal bleibt die GmbH Arbeitgeberin, für die Mitarbeiter ändert sich rechtlich nichts.
Hafte ich für Schulden des Vorgängers?
Im Share Deal kaufen Sie die GmbH mit allen Verbindlichkeiten. Im Asset Deal haften Sie bei Fortführung der Firma nach § 25 HGB für Altschulden, sofern kein Haftungsausschluss eingetragen oder mitgeteilt wurde, und nach § 75 AO begrenzt für bestimmte Betriebssteuern.
Wie lange sollte der Alt-Inhaber nach der Übernahme bleiben?
In der Praxis bewähren sich sechs bis 24 Monate, vertraglich geregelt als Berater- oder Anstellungsvertrag. Im Bauhandwerk ist das besonders wichtig, weil Kundenbeziehungen zu Bauträgern, Architekten und Hausverwaltungen oft am Alt-Inhaber hängen.
