M&A-Lexikon

Management-Buy-in (MBI)

Auch: MBI, Übernahme durch externes Management

Beim MBI kommt der Käufer von außen. Typisch sind erfahrene Führungskräfte aus Konzernen oder Branchenkennern, die sich selbstständig machen wollen. Die Finanzierung ähnelt dem MBO: Eigenkapital des Käufers, Bankdarlehen, Förderkredite, oft ein Verkäuferdarlehen. Manchmal steht ein Finanzinvestor hinter dem Manager.

Für Verkäufer erweitert das MBI den Kreis möglicher Nachfolger, wenn Familie und Management ausfallen. Laut KfW-Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025 erwägen 42 % der Inhaber mit Nachfolgewunsch einen Verkauf an externe Käufer. Der Haken: Der neue Inhaber kennt Kunden und Mitarbeiter nicht. Die Übergabephase ist deshalb heikler, Banken verlangen oft eine Einarbeitung durch den Verkäufer.

Praktisch wichtig sind eine gründliche Due Diligence, eine geregelte Übergangszeit mit Beratervertrag des Verkäufers und klare Garantien im Kaufvertrag. Häufig wird das MBI mit einem MBO kombiniert, dann spricht man vom BIMBO.

Beispiel

Fiktives Beispiel: Eine ehemalige Vertriebsleiterin kauft einen Großhändler für 3 Mio. Euro. Sie investiert 0,45 Mio. Euro, die Bank gibt 2,1 Mio. Euro, der Verkäufer stundet 0,45 Mio. Euro als Darlehen. Er bleibt zwölf Monate als Berater an Bord, um Kunden zu übergeben.

Quellen

  1. Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025: Pläne für Geschäftsaufgaben wachsen erneut, Kaufpreisvorstellungen deutlich gestiegen, KfW Research (Fokus Volkswirtschaft Nr. 526)

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