Beim MBO übernehmen Personen, die das Unternehmen bereits führen. Sie bringen eigenes Kapital ein, oft über eine neu gegründete Erwerbergesellschaft. Den Rest finanzieren Banken, Förderinstitute, gelegentlich ein Finanzinvestor und häufig der Verkäufer selbst, etwa über ein Verkäuferdarlehen oder eine Rückbeteiligung.
Für Inhaber im Mittelstand ist das MBO eine naheliegende Nachfolgelösung. Das Management kennt Kunden, Mitarbeiter und Prozesse, die Kontinuität bleibt gewahrt. Laut KfW-Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025 erwägen 28 % der Inhaber mit Nachfolgewunsch eine Übergabe an Beschäftigte. Der Nachteil: Die Käufer haben selten genug Kapital, der Kaufpreis fällt daher oft niedriger aus als im Bieterverfahren.
In der Praxis entsteht ein Interessenkonflikt. Der Geschäftsführer verhandelt als Käufer, ist aber weiter dem Unternehmen verpflichtet. Klare Regeln zu Informationszugang und Vertraulichkeit sind deshalb wichtig. Banken prüfen vor allem, ob der Cashflow den Schuldendienst trägt.
Beispiel
Fiktives Beispiel: Zwei Geschäftsführer übernehmen einen Maschinenbauer für 6 Mio. Euro. Sie bringen 0,9 Mio. Euro Eigenkapital ein, die Bank finanziert 3,9 Mio. Euro, der Verkäufer gewährt ein Darlehen über 1,2 Mio. Euro. Damit sind 15 % Eigenkapital, 65 % Bankkredit und 20 % Verkäuferdarlehen.
MBO vs. MBI
| Merkmal | MBO | MBI |
|---|---|---|
| Käufer | Internes Management | Externe Manager |
| Wissensstand | Sehr hoch | Erst nach Due Diligence |
| Akzeptanz im Team | Meist hoch | Muss erarbeitet werden |
| Typischer Kaufpreis | Eher moderat | Abhängig von Finanzierung |
Quellen
- Nachfolge-Monitoring Mittelstand 2025: Pläne für Geschäftsaufgaben wachsen erneut, Kaufpreisvorstellungen deutlich gestiegen, KfW Research (Fokus Volkswirtschaft Nr. 526)
