Private-Equity-Fonds sammeln Geld bei institutionellen Anlegern wie Versicherungen und Pensionskassen. Beim Kauf finanzieren sie den Preis aus Eigenkapital und Bankdarlehen. Nach einigen Jahren verkaufen sie das Unternehmen weiter, etwa an einen Strategen oder einen anderen Investor. Laut BVK investierten Beteiligungsgesellschaften 2024 in Deutschland 11,3 Mrd. Euro, davon 5,5 Mrd. Euro in Buy-outs.
Für den Mittelständler ist ein Finanzinvestor interessant, wenn kein Nachfolger in Familie oder Management bereitsteht. Er behält meist Standort, Marke und Team und baut über Zukäufe aus (Buy-and-Build). Häufig verlangt er eine Rückbeteiligung des Verkäufers oder des Managements, damit die Interessen gleich laufen.
Der Verkauf ist für den Inhaber kein vollständiger Abschied. Eine Rückbeteiligung nimmt am späteren Exit teil. Die Fonds selbst unterliegen in Deutschland dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB). Ihre Kaufentscheidung beruht auf einer gründlichen Finanz-, Steuer- und Rechts-Due-Diligence.
Beispiel
Fiktives Beispiel: Ein Investor kauft ein Unternehmen für 20 Mio. Euro, finanziert mit 10 Mio. Euro Eigenkapital und 10 Mio. Euro Darlehen. Der Verkäufer beteiligt sich mit 10 Prozent am Eigenkapital, also 1,0 Mio. Euro. Wird das Eigenkapital beim Exit mit 25 Mio. Euro bewertet, ist sein Anteil 2,5 Mio. Euro wert.
Quellen
- Statistik Deutschland: Investitionen, Fundraising und Exits am deutschen Beteiligungsmarkt, Bundesverband Beteiligungskapital (BVK)
- Beteiligungsmarkt 2024: VC erholt, Buy-outs weiterhin belastet, Unternehmeredition
- Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB), § 1 Begriffsbestimmungen, Bundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de
