M&A-Lexikon

Buy-and-Build

Auch: Plattformstrategie, Add-on-Akquisitionen

Zuerst wird eine Plattform gekauft, oft ein solides Unternehmen mit gutem Management. Danach folgen Zukäufe in derselben oder einer angrenzenden Branche. Die Gruppe gewinnt Größe, Einkaufsmacht und eine breitere Kundenbasis. Größere Unternehmen erzielen am Markt meist höhere Multiples als kleine.

Für Verkäufer im Mittelstand ist das relevant, weil viele Käufer heute Plattformen sind. Laut einer Auswertung von Eight Advisory auf Mergermarket-Basis stieg die Zahl der Add-on-Käufe in Deutschland von 62 (2015) auf 282 (2022). Als Add-on ist Ihr Unternehmen gefragt, weil es die Gruppe ergänzt. Als Plattform erzielen Sie oft einen höheren Preis und können sich rückbeteiligen.

In der Praxis entscheidet die Integration über den Erfolg. Käufer achten auf Systeme, Kultur und Schlüsselpersonen. Verkäufer sollten klären, welche Rolle sie und ihr Team in der Gruppe künftig spielen.

Beispiel

Fiktives Beispiel: Ein Investor kauft eine Plattform mit 3 Mio. Euro EBITDA zum 7-fachen, also 21 Mio. Euro. Er kauft drei Add-ons mit je 1 Mio. Euro EBITDA zum 5-fachen für zusammen 15 Mio. Euro. Die Gruppe mit 6 Mio. Euro EBITDA wäre beim 7-fachen 42 Mio. Euro wert, bei 36 Mio. Euro Einsatz.

Plattform vs. Add-on

MerkmalPlattformAdd-on
Typische GrößeGrößer, gutes ManagementKleiner
MultipleHöherNiedriger
Rolle des VerkäufersOft RückbeteiligungOft vollständiger Ausstieg

Quellen

  1. Buy-and-Build-Aktivitäten im deutschen M&A-Markt steigen deutlich an, Unternehmeredition

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