M&A-Lexikon

Net Working Capital

Auch: Nettoumlaufvermögen, NWC, Working Capital

Ein Unternehmen braucht für seinen Betrieb ein bestimmtes Maß an Vorräten und Forderungen, finanziert teils durch Lieferantenkredite. Dieses Kapital ist im Enterprise Value bereits enthalten. Deshalb vereinbaren Käufer und Verkäufer einen Zielwert, oft den Durchschnitt der letzten 12 Monate. Liegt das tatsächliche NWC zum Stichtag darüber, steigt der Kaufpreis, liegt es darunter, sinkt er.

Für Verkäufer ist der Zielwert eine der wichtigsten Verhandlungsgrößen nach dem Multiple. Ein zu hoch angesetzter Zielwert kürzt den Kaufpreis, ohne dass dies auf den ersten Blick auffällt. Saisonale Schwankungen, Wachstum oder einmalige Großaufträge können den Durchschnitt verzerren und müssen erklärt werden.

Welche Bilanzposten zum NWC zählen, legt der Kaufvertrag fest. Strittig sind etwa erhaltene Anzahlungen, Rückstellungen oder sonstige Vermögensgegenstände. Die Posten sollten zur Abgrenzung der Finanzschulden passen, damit nichts doppelt gezählt wird.

Beispiel

Fiktives Beispiel: Zum Closing hat ein Großhändler 2,4 Mio. EUR Vorräte und 1,8 Mio. EUR Forderungen, dem stehen 1,1 Mio. EUR Lieferantenverbindlichkeiten gegenüber. Das NWC beträgt 3,1 Mio. EUR. Bei einem Zielwert von 2,8 Mio. EUR erhöht sich der Kaufpreis um 0,3 Mio. EUR.

Quellen

  1. M&A Vocabulary: Experten verstehen „Working Capital Adjustment“, Rödl & Partner
  2. Net Working Capital Adjustments: Wie Kaufverträge versteckte Risiken bergen, IWW Institut, Praxis Unternehmensnachfolge

Sie denken über einen Verkauf oder Kauf nach?

Ein erstes Gespräch ist vertraulich und unverbindlich.

Erstgespräch vereinbaren