Die Rechnung vom Enterprise Value zum Equity Value heißt Equity Bridge. Abgezogen werden Bankdarlehen, Gesellschafterdarlehen, Leasingverbindlichkeiten und schuldenähnliche Posten wie Pensionsrückstellungen. Hinzugerechnet wird freie Liquidität. Hinzu kommt oft eine Anpassung, wenn das Net Working Capital vom vereinbarten Zielwert abweicht.
Für Inhaber im Mittelstand ist der Equity Value die eigentlich relevante Zahl. Zwei Angebote mit gleichem Enterprise Value können zu sehr unterschiedlichen Auszahlungen führen. Der Unterschied liegt in der Definition dessen, was als Schuld und was als freie Liquidität zählt. Diese Definitionen stehen im Kaufvertrag und verdienen genaue Prüfung.
Die Berechnung erfolgt entweder zu einem vergangenen Stichtag (Locked Box) oder zum Tag des Closing (Closing Accounts). Vom Equity Value ist der Nettoerlös nach Steuern und Transaktionskosten zu unterscheiden. Erst er zeigt, was dem Verkäufer tatsächlich bleibt.
Beispiel
Fiktives Beispiel: Der Enterprise Value beträgt 12,0 Mio. EUR. Abgezogen werden 3,5 Mio. EUR Bankdarlehen und 1,0 Mio. EUR Pensionsrückstellungen, hinzu kommen 1,5 Mio. EUR freie Liquidität. Der Equity Value liegt bei 9,0 Mio. EUR, nach einer Working-Capital-Kürzung von 0,2 Mio. EUR bei 8,8 Mio. EUR.
