M&A-Lexikon

Enterprise Value

Auch: Unternehmensgesamtwert, Entity Value, EV

Der Enterprise Value beschreibt, was das laufende Geschäft wert ist, so als wäre das Unternehmen schuldenfrei und ohne überschüssige Liquidität. In der Praxis wird er meist über Multiplikatoren ermittelt, etwa ein Vielfaches des bereinigten EBITDA. Alternativ kommt ein Discounted-Cashflow- oder Ertragswertverfahren zum Einsatz.

Für Verkäufer ist wichtig: Der Enterprise Value ist nicht der Betrag, der auf dem Konto ankommt. Angebote in einem Letter of Intent nennen oft einen Enterprise Value. Davon werden Finanzschulden und schuldenähnliche Posten abgezogen, freie Liquidität wird hinzugerechnet. Erst daraus ergibt sich der Equity Value, also der Kaufpreis für die Anteile.

Weil der Enterprise Value von der Finanzierung unabhängig ist, lassen sich Unternehmen mit unterschiedlicher Verschuldung damit vergleichen. Entscheidend für den Verkäufer ist, welche Posten im Kaufvertrag als Schulden gelten. Pensionsrückstellungen, Leasingverbindlichkeiten oder Steuerschulden werden häufig verhandelt.

Beispiel

Fiktives Beispiel: Ein Softwarehaus erzielt ein bereinigtes EBITDA von 2,0 Mio. EUR. Der Käufer bietet das 6-fache, also einen Enterprise Value von 12,0 Mio. EUR. Bei 3,0 Mio. EUR Nettofinanzverschuldung erhält der Verkäufer für seine Anteile 9,0 Mio. EUR.

Enterprise Value vs. Equity Value

MerkmalEnterprise ValueEquity Value
Was wird bewertetOperatives GeschäftEigenkapital (Anteile)
FinanzierungUnberücksichtigtBerücksichtigt
Typische VerwendungAngebot, MultiplikatorKaufpreis im Vertrag
BerechnungEBITDA x MultipleEnterprise Value minus Nettofinanzverschuldung

Quellen

  1. Unternehmensbewertung und Kaufpreisermittlung beim Unternehmenskauf (Enterprise Value & Equity Value), Rose & Partner
  2. Kaufpreisfindung beim Unternehmensverkauf, Rödl & Partner

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