M&A-Lexikon

Long List / Short List

Auch: Käuferliste, Investorenliste, Buyer Universe

Der Berater erstellt zunächst eine breite Long List aus strategischen Käufern, Finanzinvestoren, Family Offices und gegebenenfalls Managementkandidaten. Grundlage sind Datenbanken, Branchenkenntnis und Transaktionshistorie. Danach wird jeder Kandidat nach Passung, Finanzkraft, Akquisitionserfahrung und Synergiepotenzial bewertet.

Für den Verkäufer ist die Short List eine strategische Entscheidung. Er legt fest, wer von dem Verkauf erfährt. Direkte Wettbewerber, Hauptkunden oder Lieferanten können zu Sperrlisten gehören. Eine zu kurze Liste schwächt den Wettbewerb, eine zu lange erhöht das Risiko von Indiskretionen.

In der Praxis wird die Short List gemeinsam mit dem Inhaber Name für Name freigegeben. Sie umfasst je nach Branche oft zwischen 20 und 60 Adressen. Ausländische Käufer gehören häufig dazu, weil sie für den Marktzugang höhere Preise zahlen können.

Beispiel

Fiktives Beispiel: Die Long List für einen Logistikdienstleister enthält 150 Namen. Nach Bewertung bleiben 45 auf der Short List: 25 Strategen, 15 Finanzinvestoren und 5 Family Offices. Drei direkte Wettbewerber aus der Region setzt der Inhaber auf die Sperrliste.

Long List vs. Short List

MerkmalLong ListShort List
UmfangOft über 100 NamenMeist 20 bis 60 Namen
AuswahlBreit, nach KriterienPriorisiert, vom Inhaber freigegeben
Nächster SchrittBewertungVersand des Teasers

Quellen

  1. KfW-Mittelstandspanel: Nachfolge-Monitoring Mittelstand (KfW Research Fokus Volkswirtschaft Nr. 526, Januar 2026), KfW Research
  2. Statistik Deutschland: Investitionen, Fundraising und Exits am deutschen Beteiligungsmarkt, Bundesverband Beteiligungskapital (BVK)

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